Too Cool for Internet Explorer

17.11.05

Rollen

Ach, es macht doch immer wieder Spaß sich zu streiten. Vor allem wenn der Andere in seiner kompromisslosen Abwehrhaltung immer wieder den Streit provoziert. Ich schätze das, denn nicht immer darf ich der sanfte und ausgleichende Part sein. Oft genug ist es andersrum, und ja, ich gebs’ zu, auch das macht Spaß. ;-)
Streiten, wie jegliche Art der Kommunikation, scheint eben reiner Selbstzweck zu sein, ja, der Streit ist anscheindend so was wie eine erweiterte Kulturtechnik. Die Rollen und Themen bleiben dabei immer austauschbar.


Damals, in den vielen Urlauben zusammen mit meiner Freundin, erlebten wir hier und da immer mal wieder Situationen, in denen wir nicht weiter wussten. (Wir bildeten uns viel auf unsere Freiheit ein, niemals vorher Hotelzimmer zu buchen, sondern nur auf gut Glück vor Ort zu suchen) In solchen Situationen war einer von uns immer verzweifelt, der andere blieb cool und schaffte es so, den anderen zu trösten. Ich kann nicht sagen, wer welche Rolle öfters spielte, es war immer abwechselnd, glaube ich. Der eine weist anscheinend dem anderen durch sein eigenes Verhalten immer die notwendige Gegenrolle zu.


Durch mate beschäftige ich mich seit längerem mit Design (besser gesagt, ich bekomme es irgendwie mit). Sogar ich kann mittlerweile ersehen, wie sich ein zeitgenössisches Design aus den 90ern von einem heutigen unterscheidet. Die Differenzen sind teilweise unscheinbar und schwer zu erklären, dennoch scheint es trotz der Variationsbreite immer einen jeweils gültigen modischen Code zu geben, eine Art Konvention. Man könnte auch von einer Kultur oder einer Sprache sprechen. Eine Sprache, die sich immer weiterentwickelt, die in ihrer speziellen Ausdrucksweise aber auch einen impliziten Diskurs mit sich führt, in welchem immer wieder neue Konventionen ausgehandelt und ältere ins modische Nirwana verbannt werden.


Auch in der Philosophie gibt es Moden. Gewisse Ideen und Konzepte, die zu einer Zeit vorherrschen und auch welche, die verpönt sind (angeblich widerlegt), andere die gerade wieder ausgegraben (neu interpretiert) werden. Hier ist der Diskurs natürlich expliziter. Der größte Unterschied ist aber wohl, dass die Designer sich nicht einbilden nach einer allgemeingültigen Wahrheit zu suchen.

4 Zitate:

... oder wie Anonymous doubl einst so treffend sagte:

"Design wächst! Genau wie Kultur, oder Sprache, oder …

Mein Lieblingsbeispiel ist das Design von Schriften (Typos). Auch diese sind im Laufe der Jahrhunderte gewachsen."

Donnerstag, November 17, 2005  
... oder wie Blogger mspro einst so treffend sagte:

"gewachsen von wegen, sie werden größer oder sie werden mehr?"

Donnerstag, November 17, 2005  
... oder wie Anonymous doubl einst so treffend sagte:

"Gewachsen! Etwa so wie ein Baum, jede Verästelung bedeutet einen neue Spielart. Der Ursprung liegt da so etwa seit den Phöniziern. (OK, es gab auch Ägyptische, Sumerische, Babylonische, Kretische und Asiatische Schriftzeichen, aber das ist alles Bildersprache.) Dann Griechen und Römer (Kapitalis Monumentalis) und dann irgendwann Renaissance bis zur heutigen Zeit. Dabei haben sich viele Schriften paralel entwickelt, es gibt also keine reine lineare Entwicklung. Aber irgendwie sprengt das Thema jetzt den Rahmen …"

Freitag, November 18, 2005  
... oder wie Blogger mspro einst so treffend sagte:

"Ach so. Einverstanden. Zum Teil.
Einen Ursprung gibt es nicht und wenn, müsste man ihn im Lesen und nicht im Schreiben suchen und dort würde man ihn schon im Fährtenlesern der ersten Jäger finden, aber dann doch auch schon in Mimik und Gestik oder vielleicht doch schon im Blick. Wie mans dreht und wendet, man wird immer eine noch vorusrprünglichere Schrift finden.
Das andere ist die Unterscheidung von ikonischer und phonetischer Schrift. Vom Wesen der Schrift aus gesehen, gibt es da keinen Unterschied.

Mehr zu dem Thema findest du bei: Grammatologie von j. Derrida"

Freitag, November 18, 2005  

Kommentar veröffentlichen

Links zu diesem Eintrag:

Link erstellen

<< Home